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Der Mann mit dem goldenen Händchen


Tony und seine 250 "Patienten"

Tony Arrowsmith ist glücklich. Er steht in dem kleinen Holzverschlag hinter der Driving-Range von Gut Kaden und setzt einigen blitzenden Clubs neue Schäfte ein. Tony ist der "Schlägerdoktor" der Honda Open.

Seit zwei Jahren schon pflegt und hegt der 42jährige aus Birmingham während der vier Tage der Honda Open die Schläger der Stars und ist begeistert. "Es ist schön dabei zu sein und zu merken, dass man akzeptiert wird," sagt der Engländer und lächelt stolz. Die Sache mit der Akzeptanz ist dabei wohl anfänglich das größte Problem gewesen. Denn eigentlich ist es Sache der PGA, einen ständigen Schläger-Reparaturservice für jede Turnierwoche zu organisieren. Und in der Regel begleitet auch immer mindestens eine Ausrüsterbus mit einigen Schlägerexperten Jahr ein Jahr aus die Spieler.

"An diese Tüftler sind die Pros dann natürlich gewöhnt, schließlich kennen sich die meisten schon seit Jahren", sagt Arrowsmith. "Wenn da dann plötzlich ein neues Gesicht auftaucht, ist erst einmal Skepsis angesagt." Doch daran hat sich Tony inzwischen gewöhnt. Zu den Honda Open kam er im Grunde wie die Jungfrau zum Kind. Dazu Arrowsmith: "Vor zwei Jahren sprach mich Turnierdirektor Harald Hartmann an und fragte, ob ich nicht vielleicht Lust und Zeit hätte, die Pros während der Turnierwoche zu betreuen. Durch Terminüberschneidungen auf der Tour wäre der offizielle Bus nicht vor Ort, hieß es damals."

Tony, der damals zwar schon in Eidelstedt einen Reparaturdienst für Golfschläger führte und mit fast 80 Pro-Shops in Deutschland zusammen arbeitete, verfügte noch über keine Tourerfahrung, griff aber dennoch bereitwillig zu, obwohl er, "damals noch überhaut keine Vorstellung davon hatte, was da alles auf mich zukommen würde."

In diesem Jahr ist er nun schon zum zweiten Mal für vier Tage voll dabei, obwohl auch die Tour an den ersten beiden Turniertagen mit ihren Experten vor Ort war. Doch seit gestern gehören sie ihm, die Clubs der Pros. Und das sind nicht gerade wenige. "Während der gesamten Turnierwoche müssen wir wohl zwischen 200 und 250 Schläger wieder geradebiegen", sagt der Engländer.

Ein immer wiederkehrender Schaden sind dabei die Risse, die kleine Steine, die versteckt unter der Fairwaydecke der neuen Eröffnungsbahnen schlummern, in den Schlägerköpfen der Pros hinterlassen.

Doch Tony freut sich über jeden malträtierten Club, an den er Hand anlegen darf. Dann blüht er förmlich auf, Tony, der "Schlägerdoktor".

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Maßanfertigung muss nicht teuer sein

Die Frage hat "Jauch-Qualität":
Was ist ein Lie (gesprochen Lei)?
A: Chemisches Element,
B: Musikwalze des Leierkastens,
C: Der Auflage-Winkel des Golfschlägers oder
D: Osteuropäische Währung.

Der Golfer wählt die Antwort C! Sollte er Zweifel haben, wird es Zeit, die eigenen Schläger genauer zu betrachten. Und wenn es mit dem Golfen gar nicht klappt, dann empfiehlt es sich dringend, einen Fachmann aufzusuchen.

Seit vielen Jahren im Geschäft ist Tony Arrowsmith (52), älterer Bruder des Pinnau-Pros Andy Arrowsmith. 1992 brachte er seine Kenntnisse im Schlägerbau von der britischen Insel nach Hamburg, seit sechs Jahren kümmert er sich auch um die Cracks der Deutschen-Bank-SAP-Open in Gut Kaden. Spieler wie Montgomerie, Ballesteros oder Langer ließen sich von ihm ihr Werkzeug nachbessern, präzise Arbeit brachte den Ehrentitel "Best Service on Tour". Und seit einem Jahr betreut er im Golfclub Lutzhorn den kleinsten Proshop der Region. Normalerweise kommen viele Golfer in den Wintermonaten in seine Eidelstedter Werkstatt, aber: "Die Leute spielen alle noch, weil es so warm ist." (......)

von Klaus Fehlauer

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